Gefahren unter dem Weihnachtsbaum – Teil 2

Tierärztin Jana Wendt hat bereits einige Tipps gegeben, um die Gefahren für den Vierbeinern unter dem Weihnachtsbaum zu erkennen. Nun folgt Teil 2, es gibt nämlich noch mehr zu beachten.

Süßigkeiten, Schokolade und Weintrauben sind nur ein paar der Dinge, die für unsere Hunde gefährlich sein können. Zu Weihnachten liegen viele der Naschereien unter dem Weihnachtsbaum. Dies erhöht natürlich die Gefahr, dass der Vierbeiner Interesse dafür bekommt.

Und was ist mit Zutaten, die wir für unseren Weihnachtsbraten benötigen und ein leckerer Wein zum Essen? Auch Weihnachtsplätzchen sind Leckereien, die zu dieser Zeit nicht fehlen dürfen. All diese Sachen stellen Gefahren für unsere Hunde dar.

Bild: @pexels.com

Ein Prosit zum Abend – Alkohol

Alkohol kann für Hunde tödlich sein – je nach aufgenommener Menge und Alkoholgehalt, da sie eine sehr viel geringere Toleranz für dieses Rauschmittel besitzen. Die Folgen einer Alkoholvergiftung sind je nach Dosis Erbrechen, Koordinationsstörungen, Atemnot, Koma, Tod. Langfristig wird vor Allem die Leber geschädigt. Also passt unbedingt auf, wenn ihr zu den Feiertagen anstoßen wollt, dass der Hund nicht an die Getränke kommt.

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Der Weihnachtsbraten

Salz
Dem Hund darf kein zusätzliches Salz zugeführt bekommen, da es vorwiegend über die Nieren ausgeschieden wird und diese durchaus belasten. Besonders Hunde mit Herz- und/ oder Nierenschwäche sind betroffen von den Folgen. Salz ist u.a. in Knabbergebäck aber auch Speiseresten (Wurst, Schinken, Braten, etc) enthalten.

Zwiebel
Die Zwiebel enthält eine Vielzahl von Wirkstoffen, u.a. N-Propyldisulfid und Allylpropylsulfid. Diese Wirkstoffe können die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) im Blut des Hundes angreifen und zerstören (Hämolyse). Es gibt dabei keinen Schwellwert für die giftige Wirkung, denn auch bei geringen Mengen setzt die Wirkung schon ein. Vielmehr scheint eine individuelle Empfindlichkeit ausschlaggebend zu sein.

Wichtig zu wissen ist, dass es egal ist, ob Zwiebeln roh, getrocknet – auch als Zwiebelpulver – oder gekocht aufgenommen werden. Gleiches gilt für alle Zwiebelgewächse so wie auch die Laucharten (wie Knoblauch, Bärlauch und Schnittlauch)!

Schweinefleisch
ungekochtes oder schlecht gegartes Schweinefleisch kann mit dem Aujetzky-Virus infiziert sein. Die Erkrankung ist schmerzhaft und schwerwiegend mit häufig tödlichen Folgen für den Hund. Für den Menschen ist das Aujetzky-Virus harmlos. Bedenken Sie: auch Mettwurst und Schinken sind in diesem Sinne Risiko-Nahrungsmittel für den Hund!

Ab einer Gar-Temperatur von 60° C Grad wird das Virus abgetötet – durch Räuchern allein wird das Virus allerdings nicht vernichtet Symptome einer Erkrankung sind Juckreiz, Erbrechen, Unruhe, Appetitlosigkeit, Fieber, bereits 24 bis 36 Stunden nach dem ersten Auftreten der Symptome des Aujetzky-Virus kann der Tod eintreten. In der Veterinärmedizin gibt es bislang keine gut verträglichen antiviralen Medikamente, sodass es keine Therapiemöglichkeit gibt.

Brokkoli
So gesund das Gemüse für uns Menschen auch ist, für die Verdauung des Hundes ist es eine Belastung. Es ist zwar nicht direkt toxisch, reizt aber den Darm durch den Wirkstoff Isothiocyanatist und kann zu sehr unangenehmen Bauchkrämpfen, Durchfall und Erbrechen führen.

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Knochen, insbesondere Geflügelknochen
Knochen sind grundsätzlich natürlich kein Gift, obwohl sie erhebliche Schäden hervorrufen können. Hühnerknochen können splittern und den Verdauungstrakt des Hundes schwer verletzen.

Gekochte oder gebratene Knochen
Bei aufgeweichten, also gekochten, gebratenen oder gegarten, Knochen ist die Splittergefahr höher. Die Folge: Der Vierbeiner könnte Verletzungen im Mundraum, in der Speiseröhre oder im Magen-/Darmtrakt davontragen. Schlimmstenfalls führt es zum tödlichen Darmverschluss.

Darüber hinaus sollten keine Knochen vom Schwein gereicht werden (siehe „rohes Schweinefleisch“). Rohe Rindermarkknochen, Kalbsknochen oder Lammrippchen sind hingegen eher ungefährlich (in Maßen, sonst besteht auch hier Verstopfungsgefahr).

Kohl
Kohl ist zwar nicht giftig – aber zumindest eine vermeidbare Quelle für quälende Blähungen für den Hund und übelriechender Luftemissionen für den Menschen.

Geflügelfleisch
Geflügelfleisch muss wegen der Salmonellengefahr (Salmonellose) grundsätzlich sehr gut durchgegart werden.

Nachtschattengewächse
Nachtschattengewächse wie Kartoffel, Aubergine, Tomate enthalten den Wirkstoff Solanin. Dieser ist für den Hund giftig und bewirkt u.a. Erbrechen und Durchfall. Besonders die grünen Stellen enthalten das Gift (z.B. an der Kartoffel die grünen Austriebstellen). Deshalb bitte die grünen Stellen bei diesem Gemüse herausschneiden und nicht roh verfüttern!

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In der Weihnachtsbäckerei

Mandeln
Mandeln enthalten Blausäure (Blausäure hat den typischen Mandelgeschmack), die als Nervengift wirkt.

Macadamianüsse
Macadamianüsse schädigen Magen- Darm- Trakt, das Nervensystem und die Muskel.

Rohe Eier
Das Eiklar vom rohen Ei hemmt die Aufnahme von Biotin (Vitamin B7 oder Vitamin H), welches beim Kohlenhydrat-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel eine wichtige Rolle spielt. Daher ist es ratsam, vom rohen Ei nur den Eidotter zu füttern oder Eier gar nur hart gekocht zu füttern, da hierbei gleichzeitig die Gefahr einer Salmonellen-Infektion vermindert wird.

Butter
Die Fettsäuren der Butter sind kurzkettig und können von Hunden weniger gut verdaut werden, als andere Fette. Geringe Mengen sind unbedenklich, zu viel Butter kann jedoch Erbrechen und Durchfall hervorrufen.

Tee und Kaffee
Schwarzer und grüner Tee enthält wie Kaffee als Wirkstoff Teein, Thein oder Tein bezeichnet und entspricht dem Coffein – diese Tees sind daher für den Hund verboten.

Milchzucker
Milch enthält zwar viele gesunde Nährstoffe, allerdings vertragen viele Hunde den Milchzucker (Laktose) nicht. Zuviel Milchzucker kann deshalb zu Durchfall führen. Laktose reduzierte oder –freie Milch, sowie gegorene Produkte (Quark o.ä.) sind jedoch unbedenklich.

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Es gibt also echt eine Menge, die es zu wissen gibt. Passt auf, dass eure Vierbeiner nichts von den genannten Dingen zu sich nehmen. Dies kann wirklich sehr gefährlich werden!

Ein großes Dankeschön gilt Jana Wendt für die tolle Zusammenfassung der Tipps. Weitere Infos findet ihr unter www.vetpharm.uzh.ch