Gefahren unter dem Weihnachtsbaum – Teil 1

Nicht nur der Winter stellt Gefahren für unsere Hunde dar. Auch die besinnliche Weihnachtszeit bietet zusätzliche Quellen, die wir nicht unterschätzen sollten. Tierärztin Jana Wendt klärt auf.

Unter dem Weihnachtsbaum liegen neben schön verpackten Geschenken leider unbewusst oft viele Gefahren für den Vierbeiner. Damit ihr die schöne Zeit gesund übersteht, gibt es hier Tipps, was ihr zubrachten habt:

Bild: @pexels.com

1. Schokolade

In Schokolade ist über den Kakao-Anteil der Wirkstoff Theobromin enthalten, der für Hunde giftig ist. Menschen besitzen ein Enzym, das Theobromin schnell abbaut – der Hund dagegen hat dieses Enzym leider nicht.

Die Wirkungen des Theobromins auf den Hund sind u.a.: Erbrechen, Durchfall, erhöhter Puls, Unruhe, Zittern, Krampfanfälle bis zum Atemstillstand. Die tödliche Dosis beträgt 100-200mg/kg Hund. Zum Vergleich: Zartbitter-/ Kochschokolade enthält viel Kakao. Hiervon kann bereits 20 g/ kg tödlich sein. (entspricht etwa 1 Tafel für einen 5 kg schweren Hund).

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2. Süßigkeiten


Dass Zucker für unsere Zähne nicht gesund ist, ist uns längst bekannt – bei Hunden ist das nichts anderes. Zudem – man kann es sich vielleicht denken – macht Zucker auch die pelzigen Gefährten schlichtweg dick. Statt durch Süßigkeiten sollten Kohlenhydrate eher über Nudeln, gekochte Kartoffeln oder Reis aufgenommen werden. Auch gegen etwas Obst ist nichts einzuwenden (bestenfalls ohne Kerne und teils ohne Schale).

Kritisch ist allerdings der Süßstoff Xylit, der in manchen Bonbons oder Kaugummis enthalten ist. Da diese Substanz eine stärkere Insulinausschüttung hervorruft, sinkt der Blutzuckerspiegel beim Hund drastisch ab. Die Folge können Krämpfe, Koordinationsschwierigkeiten und langfristig Leberschäden oder gar Leberversagen sein. Bonbons und andere Süßigkeiten haben deshalb nichts auf dem Speiseplan eines Hundes verloren – wenn sie Süßstoffe enthalten, können sie sogar schädlich bis tödlich sein.

3. Weintrauben


Welche Wirkstoffe genau zur Weintraubenvergiftung führen, ist wissenschaftlich noch nicht bekannt. Bei einer Aufnahme größerer Mengen an Weintrauben können bei einem Hund Durchfall, Erbrechen und Nierenversagen auslösen. Wie bereits im Beitrag „Gefahren im Winter“ erwähnt, heißt es nicht, dass alle Hunde Weintrauben nicht vertragen. Doch das Risiko es zu testen, würden wir nicht empfehlen.

Hier ein paar Referenzwerte bezüglich der gefährlichen Dosis
10 bis 30 Trauben für einen 5 kg schweren Hund 
40 bis 120 Trauben für einen 20 kg schweren Hund 
50 Rosinen für einen 5 kg schweren Hund
Achtung: Rosinen! denn auch im getrockneten Zustand bleiben Traubenbeeren schädlich

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Wie ihr seht, gibt es einiges zu beachten. Also immer schön den Hund im Auge behalten!

Teil 2 der Gefahren unter dem Weihnachtsbaum findet ihr hier.
Ein großes Dankeschön gilt Jana Wendt für die tolle Zusammenfassung der Tipps. Weitere Infos findet ihr unter www.vetpharm.uzh.ch