10 Fragen an Heiko Steinmann

Den Hund verstehen, ist das A und O einer guten Mensch-Hund-Bezieheung. Und damit wir dies erlernen, gibt es Hundetrainer, wie Heiko Steinmann. Er hat langjährigen Erfahrungen als Tiermediziner und Naturheilpraktiker, sowie in der Beratung und dem Training bei Verhaltensproblmen mit Hunden und Pferden.

Wir haben den Tierflüsterer zu uns eingeladen und ihm einige Fragen gestellt.

Aber noch kurz vorweg ein paar Infos über Heiko Steinmann.
Er unterstützt bei der Vermeidung und Überwindung von Verhaltensproblemen mit Hunden und Pferden. Seine Arbeit als Tierheilpraktiker mit eigener Praxis und seine Arbeiten mit einem eigenem Hunderudel und Pferden seit über 30 Jahren, bilden hierfür eine einzigartige Grundlage.
Grundsätzlich erstreckt sich seine Arbeit auf alle Tierarten. Sein Hauptaugenmerk richtet sich auf Hunde und Pferde. Hierzu bietet er  im gesamten deutschsprachigem Raum Kurse an. Auch zu uns kommt er für ein Hundeseminar nach Halle. Sein Angebot beinhaltet die Beratung über das Verhalten der Tiere und ihre Ernährung, Erste Hilfe, Gruppen-, Einzel- und Aufzuchttraining.
Foto: Heiko Steinmann trainiert nicht nur Hunde 😉

Wir wollen mehr wissen 😉

1.) Du bist schon sehr viele Jahre als Trainer unterwegs. Wie kam es denn dazu, dass du ein Hundetrainer geworden bist?

Heiko: Ich bin mein ganzes Leben mit Hunden aufgewachsen – schon mein Großvater hat Hunde gezüchtet, sodas ich immer mehreren Hunden um mich hatte.

Irgendwann sind Leute auf mich zugekommen, die Probleme mit ihren Hunden hatten. Ich wollte ihnen helfen und habe das natürlich auch versucht. Schließlich hatte ich da bereits viel Erfahrungen mit Hunden.

Doch das sollte nicht genug sein. Während meines Studium wollte ich weiter lernen und mit Hunden arbeiten. Somit habe ich einen Hunde-Ausgeh-Service angeboten und das Ganze hat sich entwickelt.

2.) Was waren die wichtigsten Eckpunkte deiner Ausbildung bzw. deines Werdeganges in Bezug zum Training mit Tieren?

Heiko: Da gab es einige. Ich habe viel aus Erfahrungen, auch von anderen gelernt. Zum Beispiel gab es da einen Trainer für Jagdhunde aus der Schweiz. Er hat Hundehaltern einen Spiegel vor das Gesicht gehalten, um zu erklären, warum ihr Hund ist, wie er ist und der falschen Umgang damit zu tun hat.

Ich habe auch einige Zeit mit Wildtieren zusammengelebt. Das Arbeiten mit Affen beispielsweise, hat auch einen großen Teil meines Werdeganges geprägt.

3.) Für welche Zwei- und Vierbeiner sind deine Seminare angedacht?

Heiko: Für alle die, die Ihren Hund besser verstehen wollen. Alle Hundehalter, egal welcher Rassen sind herzlich willkommen. Aber auch an Menschen, die sich einen Hund zulegen wollen, können meine Hilfe in Anspruch nehmen. Besondere Beratung sollten vielleicht Halter bekommen, dessen Hunde aus der Rettung kommen. Hier gibt es oft traumatisierte Fälle. Hier kommt ein Hundehalter oft nur weiter, wenn er den Hund verstehen lernt.

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Foto: Ein paar seiner Hunde dürfen auch ab und zu mit zu seinen Seminaren.

4.) Was ist dir bei deinem Trainingsansatz besonders wichtig und gibt es für dich Tabus im Hundetraining?

Heiko: Mir ist es vor allem wichtig individuell zu arbeiten und den Hundebesitzer abzuholen, denn nur so kann sich für den Hund etwas ändern. Ich möchte, dass jeder Hundehalter ganz speziell sein Problem geklärt bekommt und nicht pauschal gearbeitet wird – Probleme und Fehlverhalten sind relativ.

5.) Du bist nicht nur Trainer, sondern bildest auch aus? Wie kam es dazu und wie läuft so eine Ausbildung bei dir ab? Gibt es im Moment Schüler bei dir?

Heiko: Ich möchte etwas ändern, das ist mein Ziel. Ich möchte, dass die Welt für die Hunde besser wird, als ich sie vorgefunden habe. Dazu ist es notwendig seine Botschaft zu transportieren. Und so kam es zu der Idee Schüler auszubilden. Diese haben oft verschiedenen Motivationen, warum sie eine solche Ausbildung machen wollen.

Im Moment habe ich keine Schüler/in. Aber ab März 2019 gibt es wieder 3 Plätze zu vergeben. Hierfür kann sich übrigens beworben werden 😉

Die Ausbildung bei mir dauert 1 Jahr und die Schüler leben während dieser Zeit bei mir und meinem Rudel. So, wie in einer Art Camp. Ich finde das man als Hundetrainer viel mehr wissen muss als ein Handwerk zum trainieren – da gehört medizinisches Wissen dazu, genauso wie Hundepflege. Da wir im Unternehmen eine Kleintierpraxis und einen Hundesalon haben ist diese Ausbildung etwas umfassender als vielleicht gewohnt.

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Foto: Heiko´s Hunderundel

6.) Was sind, deiner Erfahrung nach, die größten/häufigsten Probleme in Mensch-Hund-Teams? Was können wir von unseren Hunden lernen?

Heiko: Das Größte Problem sind zwischen Mensch und Hund sind Missverständnisse. Wir denken einfach oft viel zu menschlich in Bezug zu unseren Hunden. Und genau das ist falsch. Wir müssen versuchen zu verstehen, wie Hunde ticken, um ihnen gerecht zu werden. Dann können wir viel von ihnen lernen, wie z. B. Umgang mit Konflikten oder einfach mal den Augenblick zu genießen. Auch Ehrlichkeit und Loyalität sind Dinge mit denen uns unsere Hunde Tag für Tag konfrontieren und das sollten wir sehen und schätzen lernen.

7.) Was ist der beste Ratschlag, den du Neu-Hundehaltern mit auf den Weg geben kannst?

Heiko: Lernen!!!!! Alles in Erfahrung bringen was mit dem Hund zu tun hat, ihn verstehen lernen und niemals menschlich denken, gerade im Zusammenhang mit Problemen.

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Foto: Immer aktiv unterwegs mit seinen Vierbeinern.

8.) Gab es einen Fall, der dich vor eine besonders große Herausforderung gestellt hat?

Heiko: Ja, da gab es einige! Besonders schwierig war ein blinder Windhund, der bis zum Zeitpunkt, an dem wir uns kennenlernten, sein Leben auf der Strasse verbracht hat. Er konnte anfangs noch sehen, verlor dann aber sein Augenlicht. Sogar seine Augen mussten entfernt werden. Das war nicht einfach für ihn und es hat sehr lange gedauert ihn daran zu gewöhnen. Aber am Ende, mit viel Geduld, hat es funktioniert. Am schwierigsten sind meist doch ehr die Hundebesitzer;)

9.) Du lebst mit einigen Hunden zusammen, genauer gesagt mit einem Rudel aus Rüden. Wie kam es dazu? Warum gerade alles Rüden? Und wie ist euer Alltag?

Heiko: Nach vielen Jahren Hundezucht verschiedener Rassen und immer gemischter Hundegruppen wollte ich ein reines Rüdenrudel. Meine Hunde sind nicht kastriert und leben in einem offenen Rudel zusammen. Es war nie geplant, dass das Rudel so groß wird. Einige von den Hunden waren “Problemhunde” und sind so zu mir gekommen und geblieben. Das Rudel bekommt täglich Freilauf und auch Spaziergänge an der Leine. Mit diesen Hunden arbeiten meine Schüler/innen. Die Hunde sind meine besten Kollegen und unterstützen mich auch bei einigen Trainings.

10.) Und zum Schluss: Wenn du auf magische Art und Weise eine Sache an Hundehaltern ändern könntest, was wäre das?

Heiko: Das ist eine sehr Gute Frage! … Ich würde alle alten Überlieferungen löschen, denk ich. Wir wissen Heute so viel Neues, aber in vielen Köpfen ist dafür kein Platz. Oft sind zu viele alte, falsche Überlieferungen geblieben und die Leute halten sich immer noch daran.

Ich unterscheide heute in Lebens- und Überlebensprinzip für Hunde. Mein Wunsch wäre, alle Hunde zu einem Lebensprinzip zu führen! Das kann aber nur der Hundehalter selbst!

Foto: Pause beim Hundeseminar: Alle Teilnehmer tauschen sich angeregt aus.

Wir danken Heiko Steinmann für die Zeit und freuen uns auf das nächste Hundeseminar mit ihm. Mehr Infos über Heiko und seine Arbeit findet ihr hier: www.dertierflüsterer.de oder auf Facebook.