Vor dem Hundekauf

Bevor du dir ein Haustier zulegst, solltest du einige Überlegungen vornehmen. Denn so ein tierischer Begleiter sollte über viele Jahre hin an deiner Seite sein. Und das natürlich auch glücklich.

Darum wollen wir heute einmal genau unter die Lupe nehmen, was du dich im Vorfeld fragen solltest und worum du dich kümmern musst. Es muss ja nicht immer ein Hund sein, der der perfekte Begleiter für dich ist. Vielleicht ist es auch ein Samtpfötchen oder ein Mucki 😉 Aber das finden wir heraus.

Du bist auf der Suche nach einem passenden Hund. Super! In deutschen Tierheimen warten so viele Fellnasen auf ein neues Zuhause. Doch warum? Viele Hunde werden abgegeben oder sogar ausgesetzt. Manchmal gibt es gesundheitliche Gründe oder sogar Todesfälle. Doch oft ist der Grund der Abgabe unverständlich und rührt daher, dass sich die Menschen im Vorfeld nicht richtig informiert haben. Ein Welpe ist immer süß, doch wird er auch irgendwann erwachsen und groß und vor allem macht ein Welpe eine Menge Arbeit. Es ist eben ein Baby, was noch viel lernen muss.

Also lieber Tierfreund, sei dir bitte bewusst, dass eine Hund dich viele Jahre begleiten soll, und das glücklich und zufrieden. Um das zu schaffen, solltest du dir folgende Dinge gründlich überlegen:

1. Allergien und Gesundheit
Du oder andere Familienmitglieder, die im Haus oder der Wohnung leben, sollten keine Allergien haben, denn das wäre gesundheitsgefährdend. Bitte schau, ob alle gesundheitlich fit sind und eine Allergie kein Abgabe- oder Rückgabegrund wäre.

2. Hundehaltung
Wo wohnst du? In einer Wohnung, zur Miete? ok, dann solltest du unbedingt vorher prüfen, ob Haustiere erlaubt sind. Lass dir am besten eine schriftliche Bestätigung des Vermieters geben. So bist du auf der sicherer Seiten.

3. Umfeld und Auslauf
Wie groß ist die Wohnung oder das Haus, in dem du lebst? Ist dort genug Platz für einen Hund? Und wie ist das Wohnumfeld? Lebst du in einer Großstadt? Ok, ein Park oder etwas Grün in der Nähe, wäre schon schön. Dein Hund braucht Auslauf und dabei reicht nicht nur eine Runde um den Block. Prüfe bitte, wo Wälder und Parks in deiner Nähe sind, um deinen Hund artgerechte Bewegung zu bieten.

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4. Zeit
Wieviel Zeit hast du täglich für deinen Hund? Gehst du arbeiten? Darf der Vierbeiner da vielleicht mitkommen? Jeden Tag 8 Stunden allein in der Wohnung zu sitzen, ist für den Hund alles andere als schön. Er will bei seinem Rudel sein. Es gibt allerdings auch andere Möglichkeiten, wie einen Dogwalker oder einen Hundkindergarten zu nutzen. So ist dein Hund unter Gleichgesinnten, er bekommt Bewegung und ist nicht allein. Hier solltest du dich aber vorher informieren, was für Kosten auf dich zukommen. Ansonsten gibt es vielleicht auch Freunde oder Familienmitglieder, die Zeit für deinen Hund haben.

5. finanzielle Mittel
Nicht nur ein Gassi-Service oder Hundekindergarten kosten Geld. Hier kommt noch einiges mehr zusammen. Schon allein der Kauf eines Hundes ist mit finanziellen Aufwand verbunden. Du benötigst eine Erstausstattung, Futter und musst ab und zu zum Tierarzt. Auch Steuern und Versicherungen solltest du hierbei nicht vergessen.

6. Gemeinsam, viele Jahre
Sei dir bewusst, dass ein Hund ca. 15 Jahre alt wird. Hier kommt es natürlich immer auf die Rasse und Gesundheit an, keine Frage. Manche werden älter, manche leider nicht. Doch trotzdem musst du dir bewusst sein, dass dein tierischer Freund dich viele Jahre begleiten wird. Du musst dich um ihn oder sie kümmern, auch wenn das Alter naht. Hunde sind sehr einfühlsam und spüren, wenn es dir mal nicht gut gehen sollte und stehen dem Menschen bei. Und genau das erwarten sie auch von uns. Du musst bereit sein, deinen Hund auch in schlechten Tage zur Seite zu stehen, ihn im Alter zu pflegen und wenn es soweit sein sollte, ihn gehen zu lassen.

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7. Fitness
Um eine artgerechte Haltung zu gewähren, gehört auch viel Bewegung dazu. Ein Hund ist ein Lauftier. Du solltest deshalb fit genug sein, um täglich spazieren zu gehen und mit dem Hund zu spielen. Zur körperlichen Auslastung gehört außerdem die geistige Beschäftigung. Und dir muss bewusst sein, täglich bedeutet bei Wind und Wetter nach draußen zu gehen. Aber dazu gibt es ja folgende Weisheit: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung!“.

8. Urlaubszeit
Auch du willst einmal in den Urlaub fahren oder sogar fliegen. Was ist mit deinem Hund? Kommt er mit? Dann solltest du nach hundefreundlichen Unterkünften suchen. Den Hund ständig ins Flugzeug zu nehmen, ist auch nicht gerade ratsam. Aber es gibt ja viele andere Möglichkeiten den Vierbeiner mitzunehmen. Erkundige dich hier vorher gründlich.
Falls dein Hund nicht mitkommen kann, wo bleibt er in der Zwischenzeit? Auch hier kannst du dich vorher bei Freunden und der Familie schlau machen, ob sich jemand kümmern würde. Ansonsten gibt es auch Hundepensionen oder Hunde-Sitter.
Diese Frage gilt übrigens auch für Zeiten in denen du vielleicht krank bist oder aus anderen Gründen nicht zu Hause.

9. Erfahrungen
Ist der Hund dein erster Hund oder hast du bereits Hundeerfahrungen? Dies ist sehr wichtig. Es gibt nämlich Anfängerhunde, die gut geeignet sind, wenn man noch unerfahren ist. Was nicht heißen soll, dass man hier machen kann was man möchte. Um erfahren zu werden, solltest du dich umfassend informieren und eine Hundeschule besuchen. So bekommt dein Hund Kontakt mit Artgenossen und du lernst, wie man in vielen Situationen mit ihm oder ihr umgeht. Denn leider führt falsche oder gar keine Erziehung oft zu Verhaltensstörungen beim Hund und auch dies ist ein häufiger Abgabegrund.

10. Meine Persönlichkeit
Wer bist du? Eine leichte, aber doch auch schwierige Frage, oder? Doch mit unseren Strolchtest, die Persönlichkeitsanalyse, helfen wir dir bei der Beantwortung. Trotzdem solltest du dir einmal überlegen, wie einfühlsam, wie stark und geduldig du bist. Ein Hund ist ein Familienmitglied. Er wird nicht immer sofort verstehen, was du von ihm möchtest. Ein Hund bellt und macht auch mal ein wenig Unfug. Bist du davon genervt oder hast du Geduld, um deinen Hund zu erziehen?

11. Sauberkeit und Ordnung
Ein Hund verliert Haare, ein Hund bringt auch mal Dreck mit ins Haus. Ein Hund spielt gern und räumt hinterher nicht wieder auf. Du hast also auch im Haushalt etwas mehr zu tun, sei dir dessen bewusst.

12. Alltag
Dein Hund möchte bei dir sein, nicht nur um Gassi zu gehen oder Zuhause zu kuscheln. Er will dein Alltagsbegleiter sein. Was machst du in deiner Freizeit? Überlege dir, ob du deinen Hund hier integrieren kannst. Mögen deine Freunde Hunde und wären sie bereit euch im Doppelpack zu treffen? Bist du viel draußen oder ehr im Shoppingcenter unterwegs? Ein Hund ist ein Rudeltier und möchte so gut es geht immer an deiner Seite sein. Kannst du das leisten? Vielleicht erstellst du eine List und schreibst einfach mal auf, was du in deiner Freizeit so treibst und wo du den Hund mitnehmen kannst.

13. Der Hundekauf
Nun ist es soweit, du hast alle Details geklärt und bist bereit für einen Hund? Super, wenn du mit so vielen Freunden wie möglich und der Familie darüber gesprochen hast. So weißt du nun, wer dir helfen wird. Vielleicht könntest du dadurch auch noch ein paar Dinge hinterfragen und klären.

Denn nun kommt sicherlich auch die Frage auf, ob es ein Welpe sein soll. Auch das solltest du vorher gründlich checken. Ein Welpe braucht sehr viel Zeit und vor allem auch Geduld. Er muss oft nach draußen, er macht vielleicht auch ab und zu ins Haus. Er muss noch viel lernen und die Welt entdecken. Er wird vielleicht auch mal die Lieblingsschuhe zerkauen. Ein Welpe ist ein Vollzeitjob. Du solltest Urlaub haben, wenn das kleine Geschöpf bei dir einzieht.

Ansonsten gibt es acuh genügend Junghunde, Erwachsene oder gar Senioren in Tierheimen, die sich freuen ihr Leben mit dir zu verbringen.


Wir haben alle Punkte noch einmal für dich zusammengefasst und zum Download bereit gestellt. So kannst du dir die Liste ausdrucken und alles in Ruhe durchgehen und abhaken.

Habt ihr alle Vorübergegangen gründlich durchdacht, dann dürfte einem Hundekauft nichts mehr im Wege stehen. Um den passenden tierischen Freund für dich zu finden, solltest du den Strolchtest machen.